400.000 Zuschauer in 31 Ländern sahen bisher die einzigartige Fusion von Breakdance und klassischer Musik. Nachdem 2014 die neue Show der Flying Steps „Red Bull Flying Illusion" - in der magischer Breakdance auf beeindruckende Illusionen trifft - die größten Arenen in Deutschland eroberte, kehrte 2015 auch Red Bull Flying Bach nach Deutschland zurück, nur um sich kurz danach wieder auf den Weg zu machen. Im Gespräch erzählt Vartan Bassil, wie stolz er ist, dass Red Bull Flying Bach so erfolgreich ist und spricht über seine Highlights der Welttournee.

Vartan Bassil
Vartan Bassil im Interview © Angaben zum Autor/Copyright

Vartan, für alle die die Geschichte von Red Bull Flying Bach noch nicht kennen – woher hattest Du die Idee?

Früher hat mich meine Schwiegermutter oft zu Klassik-Konzerten mitgenommen. Bloß habe ich mich da furchtbar gelangweilt, weil man meistens nur Musik hörte, ohne dass auf der Bühne etwas passierte. Aber irgendwann kam mir die Idee, dass man zu Klassik auch Breakdance tanzen könnte. Ich fand die Vorstellung toll, dass an die Stelle einer Balletttänzerin, die ihre Pirouetten auf den Zehenspitzen dreht, ein Breakdancer treten könnte, der beim Headspin auf seinem Kopf rotiert. Alle hielten diese Idee am Anfang für verrückt. Aber als ich unserem Partner Red Bull davon erzählte, sagten sie: „Klingt super, wo können wir Euch unterstützen?" Von da an nahm das Projekt immer konkretere Formen an.

Alle hielten die Idee, klassische Musik mit Balett und Breakdance zu kombinieren, am Anfang für verrückt. Vartan Bassil, Künstlerischer Leiter

Hattest Du zu diesem Zeitpunkt schon ein bestimmtes klassisches Musikstück im Kopf, zu dem ihr tanzen wolltet?

Nein, ich kannte mich ja nicht wirklich im Bereich der Klassik aus. Aber die Flying Steps und ich suchten nach einer sehr speziellen Art von Musik - eine, die tiefgründig ist und uns tänzerisch herausfordern sollte. Als wir Christoph Hagel trafen, haben wir ihm von unserer Idee erzählt, sehr viel über Breakdance gesprochen und gezeigt, wie wir tanzen. Ein paar Wochen später hat er uns dann das Wohltemperierte Klavier von Bach vorgeschlagen. Dann hat er uns daraus ein Stück ausgesucht, wir haben dazu eine Choreografie entwickelt und ihm gleich am nächsten Tag das Video davon geschickt. Er fand es krass und sagte: „Genau das ist es!" Der Rest ist Geschichte.

Nach eurer Premiere 2010 in der Berliner Nationalgalerie wart ihr 2011 auf Deutschlandtour und im Anschluss permanent auf Europa- und Welttour. Was waren die Highlights?

Oh, da gab es so viele! Die Premiere in der Neuen Nationalgalerie in Berlin war natürlich einzigartig. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir ja nicht, wie das Publikum die Show annehmen wird. Die Standing Ovations beim Schluss-Applaus waren sehr befreiend. Und die anschließende Deutschlandtour 20111 war komplett ausverkauft. Aber sicherlich waren die Shows im Wiener Burgtheater während unserer Europatournee auch etwas ganz Besonderes. Eine Breakdance Show in den heiligen Hallen des Wiener Burgtheaters – das hätte wohl niemand vorher für möglich gehalten. Ein emotionaler Höhepunkt für mich waren zudem natürlich unsere Shows in meiner Heimat dem Libanon. Und in 2014 waren wir zum ersten mal im Geburtsland des Breakdance, den USA. Wir hatte sechs ausverkaufte Shows in Chicago und das war echt ein unglaubliches Gefühl. Eine deutsche Breakdance Crew performt zu klassischer Musik aus Deutschland in den USA und alle sind begeistert. Das war schon krass.

Beitrag erschien von Miyato Kazuki am 31. Oktober 2014 auf redbull.com